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Geschichte

240Z

Autos die Geschichte machten: Nissan Datsun Z, ZX & ZXT " (ISBN 3-613-01552-8) von Joachim Kuch aus dem Motorbuch Verlag empfehlen. Diese nett geschriebene Buch beschreibt die komplette Geschichte des ZXs mit vielen Bildern und Hintergrundgeschichten. Das Buch wird nicht mehr hergestellt, ist aber noch oft bei ebay zu bekommen. Hier kostet ein neues originalverpacktes Buch ca. 10,-€. Die damalige UVP war 40,-DM. Ich habe mein Exemplar auch hier gekauft.

 

240 Z (Typ S30)

Wir schreiben den 22. Oktober 1969, und der erste 240 Z berührt amerikanischen Boden und entfacht damit einen Schock auf dem amerikanischen Sportwagenmarkt. Zu dieser Zeit gab es nur Sportwagen die entweder billig war oder gut motorisiert. Zum einen gab es Autos wie MGB GT, Triumph GT, Fiat 124 Coupé, Porsche 914 oder Opel GT. Diese Wagen lagen zwar alle unter der 4000 $-Marke, doch hatten sie nur Vierzylindermotoren, und auch machten sie nicht so viel her. Wollte man einen Sechszylinder war man für einen Alfa GTV schon 1000$ mehr los und eine Chevrolet Corvette kostete 1500$ mehr. Mal vom Preis abgesehen, war die Verarbeitungsqualität selbst für amerikanische Verhältnisse sehr bescheiden. Auf diesen Markt traf nun der 240 Z. Seine Argumente waren bestechend: Sechszylindermotor, E-Type-Optik, Porsche-Fahrleistungen und ein Preis von 3526$. Diesem Angebot hatte die Konkurrenz nichts entgegenzusetzen. Dummerweise hatte Datsun sich bei der Kalkulation ein wenig vertan. Nicht in bezug auf den Preis, sondern auf die Stückzahl. Datsun plante mittelfristig 1600 Fahrzeuge verkaufen zu können. Es hätten 4000 in den ersten Wochen sein können. Und selbst die Einstellung der Modelle 1800 und Roadster mit der daraus resultierenden Steigerung der Produktion auf 100 Fahrzeuge pro Tag, konnte den bedarf nicht decken. Am Ende des Jahres betrug die Wartezeit 11 Monate und ging später auf ungefähr ein halbes Jahr zurück.

Der 240 Z war also, von Anfang an, ein absoluter Erfolg, den Nissan Yutaka Katayama (Mr. K) verdankt. Nissan beauftragte ihn 1960 an der amerikanischen Westküste ein Händlernetz aufzubauen, und VW als größten Importeur zu verdrängen. Während am Anfang kaum Autos verkauft wurden, kam mit dem Bluebird 510 auch der Erfolg, und Datsun hatte es 1968 geschafft mit bester US-Importeur zu werden. Katayama erkannte wonach der Markt verlangte, und drängte Nissan einen bezahlbaren Sportwagen auf den amerikanischen Markt zu bringen. Es kam der 240 Z.

An dieser Stelle ist es Zeit einen allgemein verbreiteten Fehler richtig zu stellen. Das Design des Serien Zs stammte nicht direkt von Albrecht Graf Goertz, dem Designer des legendären BMW 507, sondern von Datsun selbst. Aber fangen wir vorne an. Goerz fasste 1962 den Entschluss sein Glück in Japan zu versuchen. Ein sehr mutiger Schritt, denn er hatte in der westlichen Welt viel Erfolg und Japan war ein unbekanntes Land, das mit Vorurteilen belastet war. Trotzdem setzte er seinen Entschluss um und wurde bei den Bossen der japanischen Autoindustrie vorstellig. Während Honda, Toyota, Mazda und Mitsubishi ablehnten, bot Nissan ihm einen Vertrag für die Nächsten drei Jahre an. Er griff zu und sein erstes Projekt war der Silvia, ein Coupé nach westlichem Geschmack, nur leider etwas klein für amerikanische Verhältnisse. Daher forderte Yukata Katayama einen Sportwagen für den amerikanischen Markt. Goert begann das Projekt Nissan 2000 GT Bild1) . Der 2000 GT (Bild2) war ein Mischung aus Corvette und Ferrari und wurde in Zusammenarbeit mit Yamaha entwickelt. Als Motor war ein prestigeträchtiger Zweiliter-Sechszylinder vorgesehen. Doch dieser Motor wollte nicht laufen und verschlang Zeit und Geld. Das Projekt geriet ins Stocken und wurde im Herbst 1964 schließlich ganz beendet. 1966 fusionierten Nissan und Prince und so gelangte ein anerkannt guter Sechszylindermotor zu Nissan, wodurch das GT Projekt zu neuem Leben erwachte. In der Zwischenzeit hatte Yamaha in Eigenregie den 2000 GT weiterentwickelt und ihn an Toyota verkauft. Der Toyota 2000 GT wurde 357 mal gebaut und erlangte unter anderem durch den James Bond Film „Man lebt nur zweimal“ Berühmtheit. Nissan entwickelte unter der Bezeichnung A550X seinen Sportwagen für Amerika, allerdings ohne Goerz, dessen Vertrag 1965 ausgelaufen war. Yoshida und Matsuo führten die Entwicklung auf Basis des 1964 GT-Prototypen fort. Das Ergebnis war der 240 Z. Man kann also Albrecht Graf Goerz nicht als direkten Designer des 240 Z bezeichnen, sondern er hat das Design mit seinem 2000 GT Prototypen nur sehr stark beeinflusst.

Um die Kosten möglichst gering zu halten, wurde beim Fahrwerk auf bestehende Technik zurückgegriffen. So stammte die vordere Einzelradaufhängung vom 1800 Laurel. Sie bestand aus McPherson-Federbeinen, Schubstreben und Stabilisatoren, die sich über einen Hilfsrahmen an der Karosserie abstützen. Ein einfaches, typisches Layout für die Datsuns der damaligen Zeit. Ähnlich einfach auch die Hinterachse. Auch hier eine Konstruktion mit McPherson-Federbeinen die an die Hinterachse des Lotus Elan erinnerte. Die Gewichtsverteilung war mit 52 zu 48 Prozent relativ ausgeglichen, und auch die Auto Motor Sport attestierte dem Z eine gute Straßenlage.

Auch der Motor ist keine komplette Neukonstruktion. Die Basis für den L24 bildete die moderne L-Serie, oder besser die L16 Maschine aus dem Bluebird 510 SSS Coupe. Der L24 hatte einen Hitachi-SU-Doppelvergaseranlage und mobilisierte aus 2,4 Litern Hubraum 150 SEA- bzw. 130 DIN-PS. Auch wenn es sich hier um eine eher biedere Konstruktion handelt, standen doch gut Fahrleistungen zur Verfügung. Road&Track schrieb:”… beschleunigt besser als jeder andere DT in dieser Preisklasse..., sehr gutes Handling, ausgezeichnete Straßenlage.”

Der Innenraum war eine Mischung aus Kunststoffwüste und Sportwagenstyle. So bestand das Armaturenbrett aus einen kunstlederbezogenem Schaumstoffkörper mit direkt im Blickfeld des Fahrer liegendem Tachometer und Drehzahlmesser. Beide Instrumente kauerten in tiefen Höhlen, waren aber trotzdem noch gut ablesbar. Ein Stilelement, das noch bis zum Z31 Ende der 80er blieb, waren die oberhalb der Mittelkonsole angebrachten Kombianzeigen für Wasser- Temperaturanzeige, Amperemeter und Benzinanzeige sowie einer Zeituhr. Die tiefliegenden, dünn gepolsterten Sportsitze boten nur wenig Seitenhalt, dafür aber auch Leuten um die 1,80 noch ausreichend Platz, was zur damaligen Zeit für japanische Autos keine Selbstverständlichkeit war. Der Rest des Zs war mit dicken Teppichen oder Vinyl bezogen.

Bis zum Jahr 1973 wurden am Z einige Veränderungen durchgeführt um ihn an die gültigen Gesetzte (Abgas / Lärm) anzupassen. Die hatte zur Folge, dass die Motorleistung auf 129 PS sank. Ferner wurde ein größerer Bremskraftverstärker installiert. Den 240 gab es nun in acht Außen- und vier Innenfarben. In dieser Ausführung kam er Ende des Jahres 1973, mit einigen Veränderungen im Detail, auch nach Deutschland.

Bilder und Texte

Technische Daten

 

Motor: Typ L24; 6 Zylinder in Reihe; Längs eingebaut; Bohrung x Hub: 83 x 73,3mm; Hubraum 2393ccm; Verdichtung 8,8 : 1; 130 PS bei 5600/min; max. Drehmoment: 20,1 mkp bei 4400/min; Leichtmetall-Zylinderkopf; nasse Zylinderbuchsen; siebenfach gelagerte Kurbelwelle; hängende Ventile; obenliegende Nockenwelle - Antrieb durch Kette; Ölwanne 4,5 Liter; 2 SU-Horizontalvergaser Hitachi HJG46 W-3A; Wasserkühlung - Inhalt 9,5 Liter

USA:
Verdichtung: 9 : 1; 151 PS (SAE) bei 6000/min; max. Drehmoment: 20,5 mkp bei 4400/min;
Kraftübertragung: Antrieb auf die Hinterräder; Einscheiben-Trockenkupplung; Hypoid-Achsantrieb

Europa:
5-Gang-Handschaltung synchronisiert; Übersetzung: I. 2,906, II. 1,902, III. 1,308, IV. 1,0, V. 0,869; Achsuntersetzung 3,9 : 1

USA:
4-Gang-Handschaltung synchronisiert; Übersetzung: I. 3,549, II. 2,197, III. 1,42, IV. 1,0; Achsuntersetzung 3,36 : 1
Fahrwerk: Selbsttragende Stahlblech-Karosserie; Aufhängung vorne: Einzelradaufhängung mit Dreiecksquerlenkern, Schraubenfedern, hydraulische Teleskopdämpfer, Stabilisator; hinten: Einzelradaufhängung an Querlenkern und Federbeinen; Scheibenbremsen vorne 271mm; Trommelbremsen hinten 228,6mm; mechanische Handbremse auf die Hinterräder; Bremskraftverstärker; Zahnstangenlenkung; Reifen: 175 HR 14 auf Stahlblechfelgen 5J x 14

USA:
Reifen: 175 HR 14 auf Stahlfelgen 4,5 x 14
Elek. Anlage: Europa:
Batterie 12V / 60Ah; Lichtmaschine 500W; Zündverteiler Hitachi

USA:
Batterie 12V / 55Ah; Lichtmaschine 540W; Zündverteiler Hitachi
Maße / Gewicht: Radstand: 2305 mm; Länge: 4136mm; Breite: 1630mm; Höhe: 1283mm; Spurweite vorne/hinten: 1356/1347mm; Gewicht 1060kg; Tankinhalt 60 Liter
Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 205 km/h; Beschleunigung 0 - 100 km/h: 9,1 sec.
Preis: 17600,- DM (Deutschland